GOOD FOOD FOR YOU FOR FREE am Z+ Showroom mit Apéro- Häppchen frisch aus dem Müll

„Das Dittinghaus an der Hafnerstrasse, diese leicht abgerockte Immobilie im Hochpreisgebiet Kreis5, ist Schauplatz einer Ausstellung. Auf drei Stockwerken wuselt es, blinkt und klingt. Und es riecht auch, weil eine Küche aus Abfall funkelndes Essen formt und serviert. Man möchte es Midas-Stübli nennen, nach König Midas, der aus Scheisse Gold schuf. Aber das wäre falsch, denn die weggeworfenen Waren waren ja gerade nicht verdorben. Meine Nase reagiert nur deshalb selbst im dritten Stock sensibel, weil ich mit einem Magenvirus kämpfe, der mit der Kochkunst von Lauren Wildbolz, Studentin Master Transdisziplinarität, nichts zu tun hat.

Viel zu tun hat die Hi-Lo-Cuisine aber mit einer Struktur, die mir in diesen zwei Tagen immer wieder begegnet: Es ist der Dialog verschiedener Fertigkeiten, Stile, Sprachen – innerhalb eines Werkes selbst. Abfall und Sushi, laienhafte und virtuose Körper, avancierte Bilder und Teenagerlyrik, Kontrollverlust und Partitur: Diese Polaritäten geistern durch meine zwei langen Hausbesuche. Heisst Transdisziplinarität (langsam lesen, dann geht es besser: Transdisziplinarität), heisst Transdisziplinarität am Ende vor allem, dass ein Kunstwerk verschiedene Standpunkte aufzeigt und zur Achtsamkeit auffordert?

Die Ausstellung heisst „Showroom Z+: Darstellungsformate im Wandel“ und bespielt fast alle Räume des Hauses, auch die Büros der Abteilung Z+, wo die Spezialististinnen der Transdisziplinarität arbeiten, denen ich als Observer unterstellt bin. Gezählt habe ich 19 Showbeiträge, von Studierenden aller Departemente der ZHdK, nach zwei Tagen war alles schon wieder vorbei.“

Quelle: Tobi Müller: Observer-in-Residence ZHdK

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Mit dem Angebot von kostenlosem Essen weiten Nicole Frei, Manuela Benz, Claudia Marolf, Helen Schläpfer und Lauren Wildbolz das gemeinschaftliche Moment des Essens und Kochens auf die Besucher aus.
Im Langzeitprojekt „GOOD FOOD FOR YOU FOR FREE“ wird «frisch aus dem Müll» gekocht.
“Uns interessiert die Aspekte der Küche als Kreativraum und Treffpunkt von verschiedenen Aktivitäten, sowie der, der Nachhaltigkeit beim Umgang mit
Produkten und Materialien.”
Die Projekt Gruppe will aber nicht nur die Sinne, sondern auch den Intellekt ansprechen. Sie setzten auf eine allumfassende Ästhetik, die festgefahrene Strukturen der westlichen Welt radikal hinterfragt und im Idealfall nicht nur zu einer Umwertung der Sinneshierarchie führt, sondern zu einem allgemeinen Umdenken im Bereich der Konsumgesellschaft.

Als nächstes sind wir mit unserm Projekt im Perla-Mode an der Langstrasse für eine Woche eingeladen:

Programm für die Woche vom 1-5.April 2014
1.4 Dienstag, 18Uhr:  Foodwast-Dinner kochen mit Experiment
2.4 Mittwoch, 19Uhr: Gratis Foodwast- Dinner und Kino (20Uhr)
3.4 Donnerstag, 19Uhr: Gratis Foodwast_Dinner mit Experiment und Gesprächsrunde
5.4 Samstag, 10Uhr:  Workshop “Bring dein Foodwast & kreiere ein kreatives Brunch- Buffet” und Film (13Uhr)
->Detailierte Infos findet ihr auch auf Facebook hier.
perla_mode

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